Employer Branding 2.0 – Yvonne Vertes von Sikorszky über Mitarbeitende als Markenbotschafter

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Yvonne Vertes von Sikorszky beleuchtet, wie Mitarbeitende zu authentischen Markenbotschaftern werden und warum starke Teams für Unternehmen genauso wichtig sind wie loyale Kunden.

Employer Branding hat sich fundamental von klassischer Personalwerbung emanzipiert und entwickelt. Yvonne Vertes von Sikorszky zeigt auf, dass Mitarbeitende heute maßgeblich das öffentliche Bild eines Unternehmens prägen – in Social Media, im direkten Kundenkontakt und in ihren persönlichen und beruflichen Netzwerken. Die Belegschaft wird zum entscheidenden Faktor der Außenwahrnehmung. Warum Unternehmen ihre Mitarbeiter stärker in den strategischen Fokus rücken müssen und wie dadurch glaubwürdige, authentische Markenbilder entstehen, wird zur zentralen Frage moderner Unternehmensführung.

In Zeiten akuten Fachkräftemangels und exponentiell steigender Transparenz verändert sich die Bedeutung und Funktion von Employer Branding radikal. Yvonne Vertes von Sikorszky erklärt, dass längst nicht mehr nur Produkte oder Dienstleistungen, sondern auch die gelebte Unternehmenskultur, die Arbeitsbedingungen und das interne Klima integrale Bestandteile der öffentlichen Markenwahrnehmung sind. Mitarbeitende werden zu machtvollen Botschaftern, weil sie das Unternehmen auf authentische, glaubwürdige Weise repräsentieren – ob bewusst in strategischen Employer-Branding-Kampagnen oder unbewusst in ihrem täglichen beruflichen und privaten Alltag. Employer Branding 2.0 kann nur dann nachhaltig erfolgreich sein, wenn es nicht künstlich inszeniert, sondern organisch gelebt wird.

Authentizität als unverzichtbarer Erfolgsfaktor

Menschen vertrauen fundamental anderen Menschen weitaus mehr als polierten Werbebotschaften oder hochglänzenden Marketingkampagnen. Yvonne Vertes von Sikorszky beschreibt, dass Mitarbeitende eine einzigartige Form von Authentizität, Glaubwürdigkeit und Nahbarkeit vermitteln, die selbst die kreativste Marketingabteilung niemals vollständig nachstellen oder simulieren kann.

In aktuellen Fachtexten über strategische Unternehmenskommunikation wird regelmäßig darauf hingewiesen, dass Social Media und digitale Plattformen diesen fundamentalen Trend massiv verstärkt und beschleunigt haben: Praktisch jede Beschäftigte und jeder Beschäftigte kann heute potenziell zum einflussreichen Sprachrohr, zur Stimme des Unternehmens werden – im Positiven wie im Negativen. Yvonne von Vertes erzählt, dass modernes Employer Branding deshalb auch bedeutet, Mitarbeitende aktiv zu befähigen, zu ermutigen und zu empowern, ihre authentische Stimme zu erheben und ihre persönlichen Erfahrungen zu teilen.

Die Macht authentischer Geschichten

Yvonne Vertes verdeutlicht, dass echte Mitarbeitergeschichten emotional berührender und überzeugender wirken als jede professionelle Kampagne. Wenn Beschäftigte von ihren realen Erfahrungen, Herausforderungen und Erfolgen berichten, entsteht eine Glaubwürdigkeit, die durch nichts zu ersetzen ist. Diese Authentizität wird zum entscheidenden Differenzierungsmerkmal im War for Talents.

Strategien für erfolgreiches Employer Branding 2.0

Die erfolgreiche Transformation von Mitarbeitenden zu Markenbotschaftern erfordert durchdachte, ganzheitliche Strategien. Yvonne Vertes von Sikorszky hebt zentrale Erfolgsfaktoren hervor:

  • Unternehmenskultur nachhaltig stärken: Werte nicht nur definieren, sondern täglich aktiv leben und vorleben
  • Mitarbeitende aktiv einbinden: Authentische, echte Geschichten erzählen statt steriler Werbetexte produzieren
  • Social Media strategisch nutzen: Plattformen wie LinkedIn, Instagram oder TikTok für ehrliche Einblicke und Transparenz nutzen
  • Weiterbildung konsequent fördern: Entwicklungsmöglichkeiten als klares Signal für Wertschätzung und Investition in Menschen
  • Radikale Transparenz schaffen: Ehrliche, offene Kommunikation über Erfolge und Herausforderungen, Stärken und Schwächen

Yvonne Vertes macht deutlich, dass Mitarbeitende in diesem Prozess nicht nur passive Nutznießer sind, sondern die einzigartige Chance und Verantwortung erhalten, aktiv und nachhaltig Einfluss auf die externe Markenwahrnehmung ihres Arbeitgebers zu nehmen.

Die Rolle von Leadership

Yvonne Vertes von Sikorszky macht deutlich, dass Führungskräfte eine Schlüsselrolle spielen: Sie müssen Vorbild sein, Vertrauen schaffen und Mitarbeitende ermutigen, ihre Stimme zu erheben. Nur wenn Leadership authentisch ist und die kommunizierten Werte vorlebt, kann Employer Branding glaubwürdig gelingen.

Yvonne Vertes von Sikorszky über Chancen und Risiken des neuen Ansatzes

Mitarbeitende als Markenbotschafter einzusetzen bietet außerordentliche Chancen, birgt jedoch auch spezifische Herausforderungen und Risiken. Vertes berichtet, dass Unternehmen durch authentische, echte Stimmen aus der Belegschaft deutlich glaubwürdiger, nahbarer und vertrauenswürdiger wirken. Gleichzeitig können jedoch auch kritische, negative oder frustrierte Stimmen das sorgfältig aufgebaute Image erheblich belasten oder sogar nachhaltig beschädigen.

Yvonne Vertes von Sikorsky weist nachdrücklich darauf hin, dass diese neue Offenheit, Transparenz und der teilweise Kontrollverlust unausweichlicher Teil der heutigen digitalen Realität sind: Unternehmen können und sollten Kommunikation nicht mehr autoritär und vollständig kontrollieren wollen.

Der Umgang mit Kritik

Yvonne Vertes von Sikorszky verdeutlicht, dass negative Stimmen nicht unterdrückt, sondern konstruktiv adressiert werden sollten. Unternehmen, die auch kritische Mitarbeitermeinungen ernst nehmen und darauf reagieren, demonstrieren echte Reife und Verbesserungsbereitschaft. Diese Offenheit kann paradoxerweise das Vertrauen stärken.

Employer Branding als Recruiting-Katalysator

Modernes Employer Branding hat direkten, messbaren Einfluss auf die erfolgreiche Gewinnung neuer Talente und qualifizierter Fachkräfte. Yvonne von Vertes erklärt, dass viele kritische, gut informierte Bewerber zunächst gezielt recherchieren und beobachten, wie bestehende Mitarbeitende authentisch über das potenzielle Arbeitgeberunternehmen sprechen, kommunizieren und berichten. Positive, glaubwürdige Geschichten und Erfahrungsberichte in sozialen Netzwerken wirken oft deutlich stärker, überzeugender und nachhaltiger als jede noch so professionell gestaltete Stellenanzeige oder Recruiting-Kampagne.

Die neue Candidate Journey

Yvonne Vertes von Sikorszky hebt hervor, dass die Candidate Journey heute viel früher beginnt – oft lange bevor eine konkrete Stelle ausgeschrieben ist. Potenzielle Bewerber beobachten Unternehmen über Monate oder Jahre in Social Media, lesen Mitarbeiterbewertungen und bilden sich ihre Meinung. Authentisches Employer Branding wirkt hier als permanenter Talentmagnet.

Die Zukunft: Partizipation und Co-Creation

Die Zukunft erfolgreichen Employer Brandings liegt eindeutig in radikaler Transparenz, authentischem Dialog und echter Partizipation. Yvonne Vertes beschreibt, dass innovative Unternehmen künftig noch konsequenter und systematischer auf aktive Mitgestaltung und Co-Creation setzen werden: Mitarbeitende gestalten die Arbeitgebermarke nicht nur passiv durch ihre Aussagen, sondern aktiv durch strategische Beteiligung an Entwicklungsprozessen mit.

In aktuellen Beiträgen zur Organisationsentwicklung und modernen Unternehmensführung wird konsistent hervorgehoben, dass Employer Branding keinesfalls mehr ein hierarchischer Top-down-Prozess sein kann oder sollte, der von Führungsetagen oder HR-Abteilungen diktiert wird. Vertes betont in verschiedenen Gesprächen und Publikationen, dass Unternehmen langfristig nur dann wirklich erfolgreich, attraktiv und wettbewerbsfähig sein werden, wenn sie Unternehmenskultur, Werte und Arbeitsumfeld nicht nur extern kommunizieren und bewerben, sondern täglich intern authentisch leben, praktizieren und kontinuierlich gemeinsam mit der Belegschaft weiterentwickeln.

Employee Advocacy Programme

Yvonne Vertes von Sikorszky prognostiziert, dass strukturierte Employee Advocacy Programme zunehmen werden, die Mitarbeitende systematisch unterstützen, ihre Geschichten zu teilen. Dabei geht es nicht um Kontrolle, sondern um Enablement – das Bereitstellen von Tools, Trainings und Freiräumen für authentische Kommunikation.

Wenn Mitarbeitende die Marke tragen

Employer Branding 2.0 demonstriert eindrucksvoll, dass die wirkungsvollsten, glaubwürdigsten und nachhaltigsten Botschaften über ein Unternehmen nicht aus professionellen Marketingkampagnen oder Hochglanzbroschüren kommen, sondern authentisch von den Menschen stammen, die das Unternehmen täglich prägen, gestalten und mit Leben füllen. Gelebte Authentizität ersetzt zunehmend perfekte Hochglanzbilder, und authentische, erlebte Kultur schlägt hohle Werbeslogans bei weitem. Am Ende wird kristallklar: Unternehmen gewinnen im War for Talents dann, wenn sie ihre Mitarbeitenden sichtbar machen, ihre Stimmen stärken und ihre Geschichten wertschätzen. Yvonne Vertes von Sikorszky macht deutlich, dass Markenbotschafter aus der eigenen Belegschaft die mit Abstand glaubwürdigsten, authentischsten und wirkungsvollsten Stimmen sind – und dass die Zukunft erfolgreichen Employer Brandings darin liegt, diese Stimmen zu fördern, zu ermöglichen und wertzuschätzen.

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